Bezahlt wird nicht!

Dario Fo

Bild: Johanna Fuchs

„Die Macht, und zwar jede Macht, fürchtet nichts mehr als das Lachen, das Lächeln und den Spott. Sie sind Anzeichen für kritischen Sinn, Phantasie, Intelligenz und das Gegenteil von Fanatismus.“ (Dario Fo, 1997)

Dario Fo war bis zu seinem Tode im vergangenen Oktober eine der wichtigsten und einflussreichsten Figuren des zeitgenössischen europäischen Theaters. 1997 wurde ihm der Nobelpreis verliehen. Nun kommt mit "Bezahlt wird nicht" die meistgespielte Komödie des genialen Geschichtenerzählers in einer Neuinszenierung nach Aarau!

Wieder wurden die Preise im Supermarkt erhöht. Antonia und ihre Arbeiterkolleginnen können und wollen sie nicht mehr bezahlen. Schon für Miete und Strom reicht das Geld seit Monaten nicht mehr aus. Unter dem Schlachtruf „Bezahlt wird nicht!“ plündern sie deshalb die Regale und nehmen sich, was ihnen ihrer Meinung nach zusteht. In seiner turbulenten Komödie erzählt der Nobelpreisträger Dario Fo von den subversiven Überlebensstrategien von Menschen, denen es am Nötigsten fehlt – und die so haarsträubende Verwicklungen auslösen.

Zu Hause angekommen führt Antonia einen Zwei-Fronten-Kampf. Sie muss die geklaute Ware nicht nur vor der Polizei verstecken, sondern auch vor ihrem gesetzestreuen Mann Giovanni. Gemeinsam mit ihrer Freundin Margherita versucht sie das Diebesgut aus der von der Polizei umstellten Wohnung zu schaffen. Doch der Plan geht schief: Giovanni und Margheritas Mann Luigi funken dazwischen und es entspinnt sich ein absurd-komisches Versteckspiel.
Die 1974 in Mailand uraufgeführte Farce „Bezahlt wird nicht!“ erzählt die Geschichte zweier Arbeiterfamilien, die zu den Waffen des zivilen Ungehorsams greifen. Mit scharfem Humor und in pointierten Dialogen gelingt es dem Literaturnobelpreisträger Dario Fo hochpolitische Inhalte zu transportieren. Er zeigt die gesellschaftlichen Missstände nicht nur auf, sondern fragt auch nach den Handlungsspielräumen und der Verantwortung des Einzelnen darin. Dabei ist das Mittel, mit dem er die Menschen zum politischen Denken motiviert stets das Lachen, die Clownerie.

Auch in der Inszenierung von Ferruccio Cainero, der nicht zuletzt durch seine Clowntheater mit Gardi Hutter bekannt wurde und Dario Fo in den 80ziger Jahren selbst kennenlernte, ist das Lachen zentral. Gemeinsam mit den vier Schauspielerinnen und Schauspieler Barbara Heynen, Krishan Krone, Annelore Sarbach und Diego Valsecchi entwickelt er einen rasanten Theaterabend, der den schnellen Dialogen und absurden Situationen Raum gibt.

Mit: Annelore Sarbach, Barbara Heynen, Krishan Krone und Diego Valsecchi.
Regie: Ferruccio Cainero.
Bühne/ Kostüme: Renate Wünsch.
Dramaturgie: Meike Schmitz.
Produktionsleitung: Cristina Achermann.
Projektleitung: Diego Valsecchi.
Grafik: Simon Bretscher.
Eine Koproduktion mit Zeughaus Kultur Brig und TheaterPro-VS.

Öffentliche Aufführungen

Fr 20. Jan 20:15
Sa 21. Jan 20:15